In meiner Jugend habe ich etliche Bücher über Sexualität gelesen. Mir fiel auf, dass in allen diesen Büchern betont wurde, dass Mädchen und Jungen sehr verschieden sind – nicht nur körperlich, sondern vor allem auch emotional, dass Mädchen ganz anders reagieren als Jungen. Im Laufe der Jahre habe ich bemerkt, wie wichtig es ist, das zu wissen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Bei der sexuellen Aufklärung allerdings, die man heutzutage z. B. in der Schule bekommt, werden die emotionalen Unterschiede oft nicht mehr behandelt. Sie werden sogar meistens geleugnet.

Nur allzu wahr

Besonders deutlich bestätigte sich das, als wir die vorherige Version dieses Büchleins einer Gruppe von 35 Studenten vorlasen, mit der wir eine Woche in Ferien waren. Es schlug ein wie eine Bombe. Das hatten sie noch nie gehört. Zuerst wollten sie es nicht glauben. Die Mädchen konnten sich nicht vorstellen, dass Jungen so sind, wie sie es in diesem Heft lasen. Und die Jungen konnten nicht glauben, was über Mädchen darin stand.
Eines Abends kam die ganze Gruppe zusammen, um miteinander darüber zu reden. Es kam zu einer Offenheit, die wir nur selten erlebt hatten. Die Jungen stellten den Mädchen Fragen und umgekehrt. Da zeigte es sich, dass dies alles wirklich der Wahrheit entsprach: traurige Geschichten von Mädchen, die schon das eine oder andere mitgemacht hatten und ehrliche Geständnisse von Jungen, die zugeben mussten, dass sie keine Ahnung davon hatten, welche emotionalen Wirkungen ihr Umgang mit Mädchen hervorgerufen hatte.

Kein Plan von nix

Ja, durch Unwissenheit wird sehr viel Leid verursacht, vor allem auf dem Gebiet der Sexualität. Es gibt eine Reihe von Unterschieden zwischen Jungen und Mädchen, die man sehr wohl berücksichtigen muss. Oft wird gesagt, dass diese Unterschiede nur auf Grund der Prägung durch die Erziehung bestehen. Und doch gibt es ein paar große Unterschiede, die man nicht durch die Erziehung mitbekommen hat, die aber von Natur aus vorhanden sind.

Der erste Unterschied

Wenn ein Junge in die Pubertät kommt und beginnt, erwachsen zu werden, bekommt er es von ganz allein mit den dazugehörigen sexuellen Gefühlen zu tun. Das Ausschütten des überproduzierten Samens zum Beispiel ist an sich eine angenehme Erfahrung. Das ist normal. Dafür muss er nichts tun. Die ganze Welt der sexuellen Erfahrungen öffnet sich für ihn im Prinzip von selbst.
Bei Mädchen ist das anders. Die haben das ganz und gar nicht. Wenn sie ihre erste Menstruation erleben, hat das für sie nichts mit einer besonderen sexuellen Erfahrungen zu tun. Es handelt sich um ein mehr oder weniger unangenehmes Ereignis, und damit hat es sich. Der Rest bleibt inaktiv, ist zwar vorhanden, aber im Ruhezustand. Ja, sogar der empfindlichste Bereich, den Mädchen haben, bleibt unbemerkt verborgen, bis er zum sexuellen Erwachen gebracht wird. Normalerweise passiert das bei einem Mädchen nicht einfach von selbst, sondern aufgrund des zweiten Unterschieds.

Der zweite Unterschied

Der zweite große Unterschied ist, dass ein Junge enorm auf weibliche Schönheit reagiert – und das nicht nur emotional, sondern auch sehr stark körperlich. Mädchen können das nur schwer begreifen. Sie können sich nicht vorstellen, dass Jungen sogar schon durch das Anschauen von Abbildungen nackter Frauen in Aufregung geraten. Innerhalb kürzester Zeit hat das bei jedem normalen Jungen eine heftige körperliche Auswirkung. Mädchen dagegen reagieren vielmehr auf körperlichen Kontakt, auf Umarmen, Streicheln, Küssen. Die Haut von Mädchen ist nämlich an vielen Stellen viel empfindlicher als die von Jungen. Wenn das zum ersten Mal geschieht, werden bei ihnen sexuelle Gefühle und ein Verlangen geweckt, wovon sie davor nichts wussten. Dann öffnet sich ihnen eine neue Erfahrungswelt. Das ist für sie der Beginn des sexuellen Erlebens, könnte man sagen. Dann erst werden die sexuellen Emotionen wach, nur meistens etwas weniger heftig als bei Jungen. Es handelt sich eher um einen Prozess.

Schlafende Schönheit

Durch diese beiden Unterschiede ist die Sexualität für Jungen schon von Beginn der Pubertät an erlebte Wirklichkeit, während das für Mädchen im Prinzip ein unbeschriebenes Blatt bleibt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie körperliche Berührung erfahren. Das Märchen von Dornröschen basiert genau darauf: Die schlafende Schönheit erwacht durch den LiebesKuss des Prinzen ihrer Träume.
Allerdings kommt es ziemlich oft vor, dass Mädchen schon lange vor ihrer Pubertät mit sexuellen Gefühlen Bekanntschaft machen. Diese werden dann allerdings immer durch etwas Äußerliches ausgelöst, niemals spontan von innen. In diesem Fall gilt das Gleiche auch für Jungen.

Eine entlarvende Umfrage

Der Biologielehrer einer Gesamtschule konnte das alles kaum glauben, was er von einem seiner Schüler nach dem Zeigen eines schockierenden Films über AIDS-Vorsorge gehört hatte. Er machte daraufhin in der Klasse eine anonyme Umfrage. Sie war entlarvend: Alle zwölf Jungen der fünften Klasse hatten Erfahrung mit Pornografie und Selbstbefriedigung. Drei von ihnen hatten eine Freundin, mit der sie auch im Bett gewesen waren.
Von den neun Mädchen in der Klasse gab es dagegen nur eine, die sich selbst befriedigte, und eine, die mit ihrem festen Freund ins Bett ging. Die übrigen Mädchen hatten keine einzige sexuelle Erfahrung. Und jede dachte, dass sie die einzige sei! Nun, wahrscheinlich handelt es sich um eine etwas außergewöhnliche Klasse, aber trotzdem…

„Samthände“

Welche Folgen kann das haben? In einem Jugendlager hatten wir einmal einen Jungen mit „Samthänden“. Er hatte einen großen Eroberungsdrang und das Bedürfnis, beim anderen Geschlecht beliebt zu sein. Es gelang ihm, die Mädchen um den Finger zu wickeln. Er konnte seine Hände nur schwer bei sich behalten, tat es jedoch auf eine nette Art. Gern massierte er schmerzende Rücken und cremte sie mit Sonnenmilch ein. Er war sehr aufmerksam; und wenn er zum Beispiel eine persönliche Bemerkung machte oder eine Frage stellte, legte er dabei ganz vertraulich und wie selbstverständlich einen Arm um die Schultern des Mädchens. Die meisten Mädchen fanden das toll. Wir versuchten, sie vorsichtig zu warnen, aber es nützte nichts. Ihrer Meinung nach war der Junge nicht zu Schlechtem fähig.

Nur ein Abenteuer?

Händchenhalten während eines Abendspazierganges in einem Jugendlager oder in der Vorbereitungswoche: für pubertierende Jungen eine Art Abenteuer, Neugier – sie möchten auch mal damit angeben, dass sie ein Mädchen an der Hand gehabt haben, mehr nicht.
Es ist aber nicht immer neutral, eine Hand festzuhalten. Wenn ein Vater seinem kleinen Jungen beim Spazierengehen eine Hand gibt, dann drückt dies etwas aus: Liebe, Geborgenheit. So kann es bei einem Mädchen auch ankommen. Es gehört zwar noch nicht zum echten sexuellen Geschehen, aber es bedeutet schon etwas; das macht man nicht einfach so. Sie erlebt es als Überraschung: Da ist jemand, der Interesse an ihr hat, der ihr durch diese einfache Geste etwas sagen möchte. Es macht sie glücklich.
Und wenn der Lümmel dann auch noch unbedingt beweisen muss, dass er küssen kann oder sich sogar noch viel weiter zu gehen traut, dann kann sie sich nicht vorstellen, dass das für ihn alles nicht viel mehr bedeutet als ein spannendes Abenteuer oder ein „Sich beweisen wollen“ gegenüber seinen Freunden.

Der Klotz am Bein

Die ersten Tage erfährt der Junge die Anhänglichkeit des Mädchens noch als angenehm. Dass sie auf diese Art und Weise zeigt, dass sie seine Annäherung schön findet, streichelt sein Ego.
Nach ein paar Tagen allerdings beginnt sie, sich wie ein Klotz am Bein anzufühlen. Es gibt nämlich noch viel mehr nette Mädchen. Er begreift nicht, weshalb sie alles so ernst nimmt. Das Mädchen dagegen versteht seine negative Reaktion gar nicht. Und was für sie wie eine Liebesgeschichte begann, wird zum Drama. So kann durch diese Missverständnisse ein ganzer Urlaub verdorben werden – einfach durch Unwissenheit; weil Jungen denken, dass Mädchen genauso reagieren wie sie und umgekehrt.

Zu früh gefreut

Ist das denn alles so schlimm? Eigentlich schon. Solche Jungen realisieren nämlich nicht, was sie bei Mädchen auf emotionaler Ebene in Bewegung setzen können, ohne dafür weiter verantwortlich sein zu wollen.
Mädchen, die das zum ersten Mal erleben, werden wie durch ein Aha-Erlebnis positiv überrascht. Für sie öffnet sich ein Teil einer neuen Erlebniswelt, zuerst haben sie „Schmetterlinge im Bauch“. Aber dann läuft es nur auf einen Kater hinaus. Unruhe macht sich breit, ein neues Verlangen nach Geborgenheit und nach „mehr“ entsteht, aber es wird nicht gestillt. Durch solche Erlebnisse geraten sie leicht in Schwierigkeiten von der Art „verrückt-sein-nach-Jungs“. Dadurch laufen sie Gefahr, zu schnell mit dem zufrieden zu sein, was sich danach an Jungen oder Männern anbietet, weil sie es so dringend nötig zu haben scheinen.
Wenn ein Mädchen sexuell erwacht, verliert sie mehr oder weniger ihre Objektivität, die sie von Natur aus hatte. Es geht dann nicht allein um das pure körperliche Verlangen, sondern auch um ein Verlangen, das umfassender ist und von ihrem ganzen Wesen ausgeht.

Ein dritter Unterschied

In dieser Hinsicht reagiert ein Mädchen also auch wieder anders als ein Junge. Bei einem Jungen kann die Sexualität unabhängig sein, er kann sie einfach von den anderen Dingen trennen, die ihn interessieren. Für ein Mädchen ist das viel schwieriger. Bei ihr stellt das alles mehr eine Einheit dar. Sie reagiert ganzheitlich, mit Geist, Seele und Körper. Durch diese Art von Erfahrungen entsteht ein starkes Verlangen, sich hingeben zu können, ein Durst nach einer Beziehung, in der sie sich ganz verlieren kann. Dazu muss dann aber schon jemand da sein, um dieses Verlangen befriedigen zu können.

Was soll man damit anfangen?

Wie sollen wir jetzt mit diesen Fakten umgehen? Zu allererst die Jungs: Was sollen sie mit den sexuellen Fähigkeiten anfangen, die ihnen ungefähr ab dem vierzehnten Lebensjahr in den Schoß gelegt werden? Früher wurde ihnen erzählt, dass sie versuchen sollten, das eine oder andere wegen seiner möglichen Folgen so gut wie möglich zu beherrschen. Aber heutzutage ist das kein Problem mehr: Verhütungsmittel sind für jedermann zugänglich. Es muss also nichts mehr beherrscht oder unterdrückt werden. Alles kann von Anfang an ohne Einschränkung erlebt werden. In der Schule wird darauf ausführlich eingegangen, so dass jeder gut vorbereitet scheint. Was für einen Sinn soll es dann haben, das bis zur Ehe aufzubewahren?! Warum sollte ein Junge von seinem 14. bis zu seinem 25. Lebensjahr warten müssen, bis er seine Sexualität ausleben kann?

Lass dich nicht drängen

Für ein Mädchen ist das meistens ein weniger großes Pro­blem. Sie haben keinen Ärger damit – zumindest so lange sie sich außerhalb des Bereiches von „Samthänden“ bewegen und sich nicht durch die Aufklärung, die sie bekommen, drängen lassen. Natürlich hofft ein Mädchen, dass ihr irgendwann mal der Traum-Mann begegnet. Aber dieses Verlangen ist doch von einer ganz anderen Art als das der Jungen, welche andauernd Gefühle zu bewältigen haben, die aufgeweckt werden durch das, was sie sehen. Zeitschriftenregale in Supermärkten und Buchläden sind gut ausgestattet, was nackte Körper angeht. Auch in Fernsehen und Internet ist alles Mögliche zu sehen. Von allen Seiten wird es ihnen aufgedrängt – durch Leute, die Werbung und Fernsehprogramme zusammenstellen oder daran gut verdienen.

Du erntest, Was du säst

Nun denken Jungen meistens, das alles sei ja nicht so schlimm. Keiner kann sehen, wohin du schaust; keiner weiß, was sich in deinen Gedanken abspielt. Aber irre dich nicht! Alles, was du säst, wirst du auch ernten. Alles, was du als Junge an sexuell gefärbten Sachen siehst, kommt über die Augen ins Innere hinein und setzt sich in deiner Erinnerung fest. Was du mit deinen Augen einmal siehst, kann in deiner Erinnerung tausend Mal hochkommen. Was du erntest, ist immer ein Vielfältiges von dem, was du säst. Jedes Mal, wenn es wieder in deinen Gedanken und Fantasien hochkommt, wirkt es erneut kräftig auf deine Gefühle und deinen Körper ein.

Fernsehen, Video, Internet

„Ach, das beeinflusst mich gar nicht!“ sagst du als Junge vielleicht, wenn es um den Einfluss von Dingen geht, die du dir anschaust.
„Sobald ich etwas anderes mache, habe ich das alles schon wieder vergessen.“
Ja, erzähl das mal jemand anderem. Auch wenn du das Gerät ausgeschaltet hast, weißt du noch ganz genau, was du gesehen hast.
Natürlich siehst du viele Dinge, die dich nicht beeinflussen und die du direkt vergisst. Die kommen dann auch bei dir nicht im Herzen und im Gedächtnis an. Das sind meistens aber auch nicht die Dinge, die du anschaust! Du schaust nur die Dinge an, die dich wohl beeinflussen, die du interessant oder spannend findest – oder anregend. Und dann ist es egal, ob es sich um Fantasie handelt oder nicht: du konsumierst es, nimmst es bewusst in dich auf.

Genau wie mit dem Essen

Dann geht es genauso wie mit dem Essen: Alles, was man einmal heruntergeschluckt hat, ist drin. Der einzige Unterschied ist, dass man schlechtes Essen noch auskotzen kann, so dass man davon nicht krank wird. Aber mit den Dingen, die in deiner Erinnerung ankommen, geht das nicht. Die bleiben drin und nisten sich immer tiefer ein. Und von dort aus wird dein Leben ganz schön beeinflusst.

Ansteckend

Du fragst dich vielleicht manchmal, weshalb so viele Zeitschriften, Fernsehprogramme, Filme, Computerspiele und Internetseiten gemacht werden, die voll von all dem untauglichen Zeug sind. Nun, die Medien-Macher sind offenbar auch voll davon. Und das, was sich in ihren Herzen befindet, kommt so zum Vorschein. Auf diese Weise stecken sie alle an, die sich solchen Schmutz bereitwillig anschauen und ihn aufsaugen.
Aus dem Inneren nämlich, aus dem Herzen, kommen schlechte Gedanken, Mord, Ehebruch, Unmoral, Diebstahl, Lügen und Lästerei hervor. Das hat Jesus vor 2000 Jahren schon gesagt.

Sodom und Gomorra

Ich weiß nicht, ob du aus der Antike die Geschichte von den Städten Sodom und Gomorra kennst. Über diese Städte wird erzählt, dass alle Männer dort sexuell so abgedreht waren, dass sie, sobald Fremde die Stadt betraten, in Massen zusammen kamen, um diese zu vergewaltigen.
Ich dachte immer: Das wird wohl etwas übertrieben sein. Aber davon komme ich langsam wieder ab. Jetzt fange ich sogar an zu glauben, dass sich diese Geschichte in Zukunft noch einmal wiederholen wird. Wenn ich sehe, wie viele Menschen in meinem Bekanntenkreis ihre Herzen ohne Einschränkung mit all dem, was an Sex und Gewalt via Bildschirm und Internet aufgetischt wird, voll laufen lassen und dass das auf der ganzen Welt der Fall ist, dann sehe ich der Zukunft mit Sorgen entgegen. Das ist auch genau das, wovor Jesus gewarnt hat – dass die Endzeit der Welt wieder dieselben Merkmale aufzeigen wird wie die Zeit von Sodom und Gomorra.

Eine Jauchegrube

Es ist schwierig, dein Gefühl zu verändern. Wenn du depri bist, kannst du nicht sagen: Jetzt werde ich wieder fröhlich. An deinen Gefühlen lässt sich schwer herumbasteln.
Du kannst aber sehr wohl selbst bestimmen, wohin du schaust und worüber du nachdenkst und fantasierst. Dadurch wird dein Gefühl, aber auch das, was du tust und lässt, ziemlich beeinflusst. Darum ist dein Gedankenleben das Terrain, auf dem Entscheidungen getroffen werden müssen. Woran du denkst, ist entscheidend für dein Gefühl.
Wenn du also als Junge sexuell gefärbte Sachen bewusst anschaust, werden sie deine Gedanken und deine Erinnerungen beherrschen. Dein Herz wird zu einer Jauchegrube voller niedriger Begierden, die nichts mehr mit Liebe und Treue zu tun haben oder mit einer festen Beziehung zu jemandem, den du liebst.

Ungeziefer

Jesus hat einmal gewarnt: Wo das Aas ist, da versammeln sich die Geier. Mit anderen Worten: Wo Müll ist, dahin kommen die Ratten. Wo geistlicher Müll ist, sammelt sich geistliches Ungeziefer, wie Dämonen, unreine Geister, schmutzige Mächte – egal, welchen Namen man ihnen gibt. Sie fachen das Feuer von all diesem Müll in deinem Herzen an, so dass es zu einem riesigen Brand wird. Die Folgen davon hört man immer häufiger in den Nachrichten. Die Jauchegrube öffnet sich: Familien, die Konzentrationslagern ähneln, in denen Brüder sich an ihren Schwestern vergreifen, Onkel und Opas ihre Nichten und Enkel vergewaltigen und Väter ihrer Lust an den eigenen Töchtern frönen. Sie werden so sehr durch ihre sexuellen Begierden beherrscht und sind so besessen, dass sie die Familienglieder des anderen Geschlechts nur noch als einen Gegenstand betrachten, an dem sie ihre schmutzigen Begierden ausleben können.
Und wie viele Jungen gibt es, die unter dem Einfluss von Texten der Sex-Werbung und Bildern in Pornoheften Mädchen nur noch als Einwegware ansehen, die man nach Gebrauch wegwerfen kann?

Einfluss von Porno

Vor ein paar Jahren kam im Fernsehen ein Interview mit einem amerikanischen Lustmörder, der dutzende Mädchen vergewaltigt und ermordet hatte. Er wurde zum Tod auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Sein Name war
Ted Bundy. Das Interview fand im Gefängnis statt, am letzten Tag seines Lebens. Am nächsten Tag wurde er exekutiert.
In dem Interview erzählte er, wie er zu dem Grauenhaften gekommen war. Er war in einer guten Familie aufgewachsen; zu Hause hatte es keine Probleme gegeben; er hatte nette Freunde gehabt, und in der Schule war es auch gut gelaufen.
Das Elend fing an, sagte er, als er im Alter von zwölf Jahren mit Pornographie in Berührung kam. Folgendes fand er in einem Mülleimer an der Straße: Zeitschriften, Comics und Detektiv-Geschichten, in denen sexuelle Gewalt vorkam. Von diesen Dingen wurde er vereinnahmt. Er ging auf die Suche nach mehr und wurde dadurch versklavt. So genannter Softporno befriedigte ihn schon ziemlich schnell nicht mehr. Genau wie bei allen Versklavungen, ging es von schlimm zu schlimmer und von soft zu hart. Immer mehr verschlang er harte und gewalttätige Pornographie.

Von Fantasie zur Wirklichkeit

Äußerlich veränderte sich lange Zeit nichts, und niemand bemerkte etwas Ungewöhnliches an ihm. Es spielte sich alles im Geheimen ab, in seiner Gedankenwelt. Aber dort waren dann auch alle Bremsen los, und in seiner Phantasie spielten sich die abscheulichsten Dinge ab. Allerdings hatte er dafür immer stärkere Anregung von außen nötig. Es kam sogar so weit, dass die härtesten Filme und Videos ihn auf Dauer nicht mehr befriedigten. Dadurch wuchs ein unwiderstehlicher Drang zum letzten Schritt: sexuelle Gewalt in der Realität.
Aber die Hemmschwelle war hoch. Sein gesunder Verstand, sein Verständnis von Gut und Böse und die Angst vor den Folgen hielten ihn noch fünf oder sechs Jahre zurück. Das Verlangen entwickelte sich jedoch zu einer immer größeren Besessenheit.
Eines Tages fasste er den fatalen Entschluss zur Tat: Um den letzten Rest Widerstand in sich selbst zu brechen, nahm er Zuflucht zum Alkohol und beging danach seinen ersten Mord.

Besinnung

Am nächsten Morgen ging er durch die Hölle: Er war wieder vollkommen nüchtern und sah glasklar, was geschehen war und in welche Situation er sich gebracht hatte. Aber es dauerte nicht lange, und die unwiderstehliche Sucht, sich gehen zu lassen, kam wieder hoch und die Tragödie wiederholte sich: Insgesamt 28 Mal.
Als er zum ersten Mal verdächtigt und festgenommen wurde, konnte sich keiner seiner Bekannten vorstellen, dass er imstande war, einen Lustmord zu begehen. Er wurde dann auch verschiedene Male aus Mangel an Beweisen frei gesprochen. Aber schließlich kam alles ans Licht, und – zur Erleichterung vieler – wurde er zum Tod durch den elektrischen Stuhl verurteilt. Am Ende seines Lebens kam er zur Besinnung. In seinem letzten Interview versuchte er noch, vor den Gefahren der Pornographie zu warnen. So sagte er unter anderem:
„Die Menschen müssen unbedingt realisieren, dass solche, die durch Gewalt in den Medien und besonders durch gewalttätige Pornographie sehr stark beeinflusst werden, nicht als Monster geboren wurden. Es sind ihre Söhne und ihre Ehepartner. Wir sind in normalen Familien aufgewachsen. Pornographie kann heutzutage in jedem Haus zuschlagen und ein Kind überwältigen. Sie raubte mich vor 30 Jahren aus meiner Familie. Wie besorgt meine Eltern auch waren (und sie waren wirklich besorgt und beschützten ihre Kinder so gut sie nur konnten) und wie gut unsere christliche Familie auch war (und wir waren eine wirklich gute, christliche Familie), es gibt einfach keinen Schutz gegen die verheerenden Einflüsse, die sich in einer Gesellschaft entwickeln, die alles gut heißt.“

Eine normale Alternative


Gibt es für einen Jungen dann überhaupt noch eine andere Wahl, eine normale Alternative? Glücklicherweise schon. Daran muss dann allerdings gearbeitet werden. Wenn die Sexualität in das Leben eines Jungen kommt, kann man das mit der Anschaffung eines jungen Hundes vergleichen. So ein Tier kann alles: pinkeln, Haufen machen, beißen, rennen, bellen und fressen. Alle diese Dinge muss man ihm nicht beibringen. Was man ihm dagegen beibringen muss, ist, sein Maul zu halten, nicht zu beißen und nicht sofort zu rennen, wenn er sein Geschäft erledigen muss. Er muss abgerichtet werden. Er muss lernen, seinem Herrchen gut zu gehorchen. Nur auf diese Art kann man mit so einem Tier leben.
Wenn man so einen jungen Hund allerdings tun lässt, wozu er Lust hat, dann muss er zu dem Zeitpunkt, wo er erwachsen ist, eingeschläfert werden, weil er auf der Straße und in Gesellschaft gefährlich und unzumutbar ist.

„Männeken P“

So ist es auch mit der Sexualität. Nennen wir der Einfachheit halber das Teil, an dem man sehen kann, dass ein Junge ein Junge ist, „Männeken P“.
Normalerweise ist „Männeken P“ ein kleines, schwaches Kerlchen. Aber er ist multifunktionell; und für das besondere Werk kann er sich als kräftiger Kerl kerzengerade halten. Sonst wäre es ihm unmöglich, das, was zum Erwecken von neuem Leben nötig ist, an die richtige Stelle zu befördern. Nun, ziemlich viele Männer und Jungen denken, dass „Männeken P“, wenn er aufrecht steht, auch direkt seinen Willen bekommen muss. Das „Männeken“ schreit dann so laut nach Berührung und fordert so stark Aufmerksamkeit, dass sie den Eindruck bekommen, man könne dem unmöglich entfliehen.
Aber das ist völliger Schwachsinn. Wenn man ihm keine Aufmerksamkeit schenkt, zieht er sich von selbst wieder zurück! Das kleine „Männeken“ kann zwar mal eben groß tun, aber es ist nicht viel dahinter. Nicht er ist der Boss, sondern du! Er regt sich schon wieder ab, wenn er merkt, dass es nicht nach seiner Nase geht. Solange der Boss noch nicht verheiratet ist, muss „Männeken“ sich auf die Arbeit beschränken, in der er von Anfang an schon gut war.
Weißt du, „Männeken“ gleicht einem verwöhnten Kind: Je öfter man ihm seinen Willen lässt, desto häufiger wird er schreien, um seinen Willen durchzusetzen. Es gibt viele Eltern, die echt Angst vor dem Geschrei ihres verwöhnten Kleinkindes haben. Dann wissen sie nicht, wie schnell sie ihrem Kind seinen Willen lassen müssen, um es zum Schweigen zu bringen. Dem kleinen Schreihals gelingt es durch sein Geschrei sogar, Chef von zwei erwachsenen Menschen zu sein!
Sei klüger und lass dich nicht so von „Männeken P“ beherrschen…

Jung gelernt

Nun hört sich das alles vielleicht ganz witzig an, aber irre dich nicht: für einen Jungen ist es sehr wichtig, das zu lernen. Ich bin jetzt gut 25 Jahre verheiratet; und wenn ich in der Zeit davor nicht gelernt hätte, die Forderungen des „Männeken P“ in den Griff zu bekommen, dann hätte unsere Ehe wesentlich schlechter ausgesehen als sie es jetzt tut. Wenn du vor deiner Ehe nicht gelernt hast, dein körperliches Verlangen zu beherrschen und deinem Willen unterzuordnen, dann weiß deine Frau später nicht, woran sie ist; dann kommt sie sich eher vergewaltigt als geliebt vor.
Eine Frau verliert sehr schnell den Respekt vor einem Mann, der sich nicht beherrschen kann. Wenn du aber – sollte dein Verlangen einmal von deiner Frau nicht erwidert werden – gelernt hast, deine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu richten und „Männeken P“ wieder zu beruhigen, dann geht alles gut! Dann kann alles passieren, muss aber nicht. Das musst du in deiner „Junggesellen-Zeit“ lernen!

Greifbar nahe

Ich selbst kam im Alter von 27 Jahren auf eine „geistliche Autobahn“, so dass ich mein Leben ganz bewusst unter die Leitung von Jesus stellte. Eines habe ich dabei gemerkt: Wenn du dein Leben unter Seine Leitung bringst und ein großes Verlangen nach einem Herzen ohne Dreck und Schmutz hast, dann rückt das auch greifbar nahe. Wenn du alles, was nicht in Ordnung ist, erkennst und Ihm ehrlich bekennst, dann vergibt Er dir nicht nur, sondern befreit dich auch von allem Schmutz. So habe ich es zumindest erfahren, sogar in meinen Träumen.

Selbstbefriedigung

Aus all dem, was bis jetzt gesagt wurde, zieht man fast von selbst den Schluss, dass so etwas wie Selbstbefriedigung eigentlich auch nicht so eine positive Sache ist – auch wenn fast alle Jungen und eine ganze Menge Mädchen das mehr oder weniger regelmäßig praktizieren. Wie kommt das? Und warum haben die ersten Christen nie darüber geschrieben? In der Bibel findet man nämlich keine einzige Warnung vor Selbstbefriedigung!
Beginnen wir mit Letzterem: Das kommt wohl daher, dass die Gewohnheit der Selbstbefriedigung in jener Zeit wahrscheinlich selten vorkam. Man hatte viel weniger Grund dazu. Männer wurden damals zum Beispiel kaum mit weiblicher Blöße konfrontiert. Nur Frauen, die bewusst darauf aus waren, Männer zu verführen, liefen verlockend gekleidet herum. Das führte dann in vielen Fällen zum Fremdgehen oder zur Unzucht mit so einer Frau.
In der heutigen Zeit sind es aber nicht nur die greifbaren Frauen aus Fleisch und Blut, die durch ihre Kleidung und ihr Verhalten sexuelle Begierden wecken, sondern auch besonders die Bilder von Frauen im Fernsehen, im Computer und auf dem Papier! In Zeitschriften, auf Postern, in zahllosen Videos und Fernsehprogrammen oder im Internet – ob man will oder nicht, man begegnet ihnen überall. Man sieht sie zwar, aber in Wirklichkeit sind sie gar nicht da! Sie sind eine Illusion. Die Begierden, die sie wecken, sind allerdings ziemlich sicher keine Illusion! Sie sind nur schwer zu beherrschen und wollen ausgelebt werden, weil die Bilder, die man sieht, außergewöhnlich suggestiv sind – noch viel suggestiver als die Wirklichkeit. Davon ist Selbstbefriedigung praktisch immer die erste Folge. Auch bei Mädchen kommt Selbstbefriedigung viel häufiger vor als früher. Das kommt hauptsächlich durch die heutige Aufklärung, durch die sie ermutigt werden, „mit sich selbst zu experimentieren“. Deswegen ist die Sklaverei der Selbstbefriedigung heutzutage ein ungleich viel größeres Problem als in früheren Zeiten.

Was fängst du jetzt damit an?

Nach meinem geistlichen Kurswechsel habe ich mich auch gefragt, was ich damit anfangen soll. Ich tat es nämlich selbst auch.
Am Anfang machte ich mir darüber noch nicht so viele Sorgen: Deine Nase musst du doch auch regelmäßig putzen, oder? Allerdings nagte es immer mehr an mir. Man stellt sich ja alles Mögliche dabei vor, so war es zumindest bei mir. In meinen Gedanken spielte sich eine Menge ab, und eigentlich schämte ich mich dafür.
Außerdem versklavte es mich immer mehr. Es tat meiner Selbstachtung nicht gut. Trotzdem dachte ich, dass es ja niemandem schadet, dass es niemanden stört.
Dann hatte ich eine Idee: Wenn es tatsächlich nicht schlimm wäre oder vielleicht sogar gut, dann könnte ich Gott auch dafür danken. Ich versuchte es. Zu meinem großen Erstaunen war danach das Verlangen nach Selbstbefriedigung verschwunden. Das nächste Mal tat ich es wieder, mit demselben Erfolg. Das passierte mir danach noch ein paar Mal und ich schloss daraus, dass ich es echt nicht mehr nötig hatte.
Dabei blieb es dann auch. Am Anfang kam ich schon noch ein paar Mal in Versuchung, als das Verlangen sehr unerwartet und stark hochkam. Indem ich aber die Hilfe des Herrn Jesus erbat, wurde es jedes Mal unterbrochen und verschwand wieder. Im Prinzip wollte ich ja nicht mehr. Ursprünglich bedeutete mir das viel. Mit dieser Gewohnheit hatte ich nämlich schon vor der Pubertät begonnen, und von Natur aus reagiere ich sehr stark auf das, was ich sehe.
Außerdem ergab es sich, dass ich auch nach dieser Befreiung noch recht lange Junggeselle blieb.

Außergewöhnlich

Trotzdem habe ich schon mal gedacht, dass ich vielleicht eine Ausnahme bin, weil ich so leicht davon loskam. Etwas unterkühlt auf diesem Gebiet, oder so. Das kann natürlich sein. Man kann sich selbst schwer mit anderen vergleichen. Doch habe ich den Eindruck, dass nichts Besonderes bei mir vorliegt. Das Erleben der Sexualität nimmt in unserer Ehe bis heute einen wichtigen Platz ein.
Außerdem habe ich von dem Verzicht weder Frust noch Pickel bekommen. In all den Jahren, in denen ich Junggeselle war, wurde jegliche Überproduktion einfach und ohne Probleme über den natürlichen Weg abgeführt. Und ich habe keinen Schaden davongetragen – im Gegenteil!

Richtig motiviert

Ein Junge, den ich sehr gut kenne und dem ich das erzählte, sagte eine ganze Weile später, dass es bei ihm viel schwieriger gewesen wäre. Bei ihm funktionierte es erst, als er ganz bewusst für Gott zu leben begann, so wie die ersten Christen das taten. Davor war seine Motivation einfach nicht groß genug. „Jetzt weiß ich, dass es alles mit deinem tiefsten Verlangen zu tun hat“, sagte er. „Damals war mein Verlangen nicht auf Gott gerichtet; ich war noch nicht wirklich verändert.“
Das gilt, denke ich, für alle Versklavungen. Man muss im Leben etwas finden, das wertvoller und realer ist als die Dinge, deren Sklave man ist. Eine Erfahrung mit Gott erfüllt diese Bedingung auf jeden Fall. Er erzählte auch noch, dass es ihm sehr geholfen hatte, offen mit Menschen darüber zu reden, die ebenfalls mit Gott lebten.

Mach es dir nicht so schwer

Wenn du so mit Gott leben willst, ist es sehr wichtig, radikal zu sein – vor allem in deiner Gedankenwelt. Du kannst nichts dafür, wenn du alles Mögliche siehst und hörst. Aber sobald du irgendwo bewusst hinschaust oder hinhörst, hast du dich dafür entschieden. Dann wirst du es sozusagen „downloaden“. Und das hat Konsequenzen, für die man sich dann nicht mehr entscheiden kann. Die kleben dann sozusagen daran fest. Deshalb musst du immer weiter schauen, als deine Nase lang ist. Wenn es dir wirklich auf ein reines Herz ankommt, hast du echt genug an dem, was in deiner Reichweite liegt! Diese Lebensauffassung wurde beispielsweise schon vor 2000 Jahren in den Hafenstädten Kleinasiens gepredigt, die voller Hurerei und Okkultismus waren. Mit Tempelprostitution hatte da fast jeder zu tun. Wenn die Botschaft der Jünger Jesu schon dort den Menschen ein reines Herz verschaffte, ist es jetzt doch erst recht möglich.

Nicht unschuldig

Im allgemeinen wird angenommen, dass das Bedürfnis nach Selbstbefriedigung von allein wieder verschwindet, wenn man eine feste sexuelle Beziehung hat. Für Männer trifft das jedoch meistens nicht zu. Wenn man nicht schon vorher davon loskommt, geht es damit einfach weiter. Ist das denn so schlimm? Meistens schon, weil ein Mann in seiner Fantasie während der Selbstbefriedigung normalerweise keinen Sex mit seiner eigenen Partnerin hat, sondern mit denen, die in seiner Erinnerung und Fantasie hochkommen. In seinen Gedanken geht er also fremd.
Dass dies zu großen Schwierigkeiten führen kann, wurde uns klar, als wir in unserem eigenen Bekanntenkreis einen Fall von Ehebruch erlebten. Der Mann sagte später, dass er das in seiner Fantasie während der Selbstbefriedigung schon immer getan und in seiner Ehe einfach fortgesetzt hatte. Als sich dann die Gelegenheit bot, hatte er kein bisschen Widerstand mehr: In seinen Gedanken war er schon so oft fremd gegangen, dass es in diesem Moment nicht mehr aufzuhalten war. Er hatte jeglichen Widerstand verloren.

Weiblicher Exhibitionismus

Mädchen wissen intuitiv, dass Jungen auf das reagieren, was man sieht. Dadurch neigen sie zu einem aufreizenden Äußeren. Sie geben sich ein bisschen exhibitionistisch, könnte man sagen. Glücklicherweise haben sie seit dem Sündenfall eine ordentliche Portion Schamgefühl abbekommen (wenn du die Geschichte aus der Bibel kennst, weißt du ja, was ich meine!), so dass diese Neigung normalerweise bis zu dem Zeitpunkt aufbewahrt bleibt, an dem sie sich in einer Liebesbeziehung geborgen fühlen und sich hingeben wollen. Doch haben Mädchen eine unwiderstehliche Neigung, ihrem Äußeren viel Aufmerksamkeit zu widmen. Die Reklamemacher und Modedesigner nutzen das schamlos aus. Mädchen müssen sich allerdings der Tatsache bewusst sein, dass sie eine Botschaft aussenden, wenn sie damit zu weit gehen.

Schock-Effekte

Mädchen, nimm dich in acht vor Schock-Effekten: Zuerst war lang in Mode, und dann plötzlich super kurz. Extra lange Schlitze können deine Beine zu Blickfängern machen. Tiefe Ausschnitte, durchsichtige Blusen, nackte Bauchnabel und Ähnliches lenken die Aufmerksamkeit sehr einseitig auf deine äußere Schönheit. Da musst du dich nicht wundern, wenn Jungen nur an deinem Körper interessiert sind und für den Rest wenig übrig haben. Es streichelt vielleicht deine Eitelkeit, wenn du merkst, dass alle Männeraugen auf dich gerichtet sind. Das würden sie allerdings auch sein, wenn es bloß dein Abbild auf Hochglanzpapier wäre! Darauf reagieren Männer nämlich genauso stark!
Wenn dein Äußeres so laut schreit, dass dein Inneres übertönt wird, dann sehen Jungs dich nur als herumspazierenden Körper. Du kannst dein Äußeres so zur Schau stellen, dass sich der Eindruck bestätigt, den Jungen aus der Sex-Werbung bekommen: dass Frauen es nicht abwarten können, körperlich angefasst zu werden.

Fleisch und Bein

In einem Jugendlager kam ein Mädchen zu mir und klagte, dass viele Jungen in dieser Hinsicht so nervig wären. Ich musste ihr damals sagen, dass sie auch teilweise selbst schuld war, weil sie, ohne sich dessen bewusst zu sein, ziemlich herausfordernd gekleidet war. Damit musst du also vorsichtig sein, zumindest dann, wenn du dir einen Mann wünschst, der am Ganzen interessiert ist.
Ich kenne alle netten Eigenschaften meiner Tochter: ihren Charakter, ihre Talente, ihre Begabungen. Ich würde es schrecklich finden, wenn sie einen Jungen bekäme, der dafür keine Augen hätte und statt dessen nur an ihrem „Fleisch und Bein“ interessiert wäre.

Warum der große Unterschied?

Welche Absicht steckt hinter diesen großen Unterschieden zwischen Jungen und Mädchen? Das wird doch nicht ohne Grund so sein. Nun, sie haben den Zweck, dass ein Junge das Mädchen, das er liebt und das seine Liebe erwidert, Schritt für Schritt in die neue, emotionale Erfahrungswelt hineinführt. Für sie ist das die tiefgreifendste Erfahrung, die sie als Mädchen je erleben wird. Sie erlebt das als einzigartiges Ereignis, das sie nur mit einer Person erleben will, ganz exklusiv.
Wenn das gut und liebevoll geschieht, wird zwischen dem Mädchen und dem Jungen ein Liebesband geknüpft, das – was sie betrifft – nur schwer zerreißen kann. Das macht sie aber auch sehr verwundbar. Wenn der Junge sie danach fallen lässt oder wenn es für ihn nur ein unverbindliches Abenteuer war, wird dies für das Mädchen eine schreckliche Enttäuschung sein. Sie kann das nämlich kein zweites Mal so erleben. Sie hat etwas von sich selbst preisgegeben, was sie danach nie wieder zurückbekommen kann.

Monogam

Weißt du, Frauen sind von Natur aus monogam. Sie belassen es normalerweise bei  e i n e m  Mann. Sie klammern sich sehr an den Jungen oder an den Mann, der sie sexuell zum Erwachen gebracht hat, vor allem dann, wenn das auf eine schöne und verantwortliche Art und Weise geschehen ist. Wenn jedoch diese Verbindung gelöst wird, dann wird sie es schwerer haben, erneut ein so starkes Band zu demjenigen zu knüpfen, mit dem sie danach eine Beziehung eingehen wird. Dann ist leider etwas von ihrer Kapazität in Bezug auf ein starkes Band verloren gegangen und sie ist verletzlicher geworden.

Wie weit kann man gehen

Jetzt kannst du dich fragen, welchen Raum das Erleben der Sexualität in der Zeit einnimmt, in der ihr einander noch kennen lernen müsst, und wie weit du dabei gehen kannst. Sex ist nämlich mehr als nur miteinander ins Bett gehen. Alles, was dem voraus geht, gehört dazu: Küssen, Streicheln, Kuscheln – kurz gesagt: alles, was dich sexuell erregt. Aus dem Vorangegangenen könntest du zu dem Schluss kommen, dass du den kompletten sexuellen Bereich eigentlich besser bis zu dem Moment ruhen lassen kannst, in dem ihr einander für den Rest eures Lebens die Treue versprecht. Nur auf diese Weise könnt ihr sicher sein, einander auf diesem Gebiet keinen nicht wieder gut zu machenden emotionalen Schaden zuzufügen.

Ohne Spannung

Ich denke, dass das für die Freundschafts- und Verlobungszeit auch große Vorteile bringen wird. Es gibt euch die Gelegenheit, euch ohne Spannungen durch und durch in allen Bereichen kennen zu lernen. Das muss keinesfalls auf Kosten spontaner Herzlichkeit gehen. Die herzlichen Küsse, die du deinen Eltern oder deiner Schwester gibst, weil du so froh bist, dass du sie wieder siehst, oder das Hand in Hand Gehen, wie du es zum Beispiel als Kind mit deinen Eltern getan hast, hat eher noch wenig mit dem echten sexuellen Terrain zu tun! Außerdem gibt es noch genügend andere Möglichkeiten, einer sehr persönlichen und intimen Freundschaft Ausdruck zu verleihen. In der Freundschafts- oder Verlobungszeit ist das auch nicht falsch.

Unterschiedliche Auffassungen

Doch wird nicht jeder damit einverstanden sein, dass man die ersten Schritte auf sexuellem Gebiet erst in der Geborgenheit einer Ehe gehen darf. Sich auf den Mund küssen (eventuell sogar auf französische Art), den anderen zu sich heranziehen, miteinander kuscheln und einander streicheln – das muss man doch auch schon in der Freundschafts- oder Verlobungszeit tun können! Wie weit darf man aber vernünftigerweise gehen? Dass das „Miteinander-ins-Bett-gehen“ innerhalb der Geborgenheit einer Ehe stattfinden sollte, erkennt man vielleicht noch als nützlich an. Ob das aber auch für all das gilt, was dem voraus geht, ist nicht unbedingt jedem klar.

Häppchenweise?

Ich kenne zum Beispiel einen sehr seriösen und Prinzipien bewussten Vater, der seinen Kindern den bedenklichen Rat gab, dafür eine Art Plan aufzustellen: Lege das Datum deiner Hochzeit fest, war sein Rat, und verteile alles Sexuelle (ausgenommen das „Miteinander-ins-Bett-gehen“ natürlich!) über die Zeit vor der Hochzeit: jedes Mal ein Stückchen weiter! Dann heiratet ihr genau zur rechten Zeit und könnt gut vorbereitet miteinander ins Bett gehen! Nun, offenbar hat das bei ihm selbst und seiner Frau gut funktioniert: sie sind ein tolles Paar! Allerdings besteht ein großes Risiko, dass aus allerlei Gründen die Fahrt auf halbem Wege abgebrochen wird. Und dann hat vor allem das Mädchen ein Problem damit, weil sie das niemals mehr so einzigartig mit jemand anderem erleben kann. Auch muss sie lernen, mit dem sexuellen Verlangen umzugehen, das sich in ihr entwickelt hat, wofür jetzt aber kein sicheres und liebevolles Zuhause mehr vorhanden ist.
Darum ist es vielleicht doch nicht so vernünftig, ein ordentliches Stück des sexuellen Terrains außerhalb der Geborgenheit einer Ehe zu durchleben, um davon schon in der Freundschafts- und Verlobungszeit zu genießen, auch wenn man den Rest für die Zeit der Ehe aufbewahrt. Das ist genau so, als ob man immer wieder ein Stück von einer Torte nimmt, es so lange wie möglich genießt und dann doch nicht herunterschluckt, weil man noch nicht darf. Nun, früher oder später schaffst du das nicht mehr und verschluckst dich!

Es geht wie von selbst!

Darüber hinaus durchläufst du so ein Stück des sexuellen Gebietes gewöhnlich so reibungslos und enthusiastisch, dass es sehr leicht alles andere überwuchert. Vor allem dann, wenn die Freundschaft in anderen Bereichen etwas weniger von selbst funktioniert und etwas Anstrengung erfordert.
Deshalb sieht man in der Praxis sehr oft, dass die Freundschafts- und Verlobungszeit hauptsächlich durch das Entdecken und Genießen eines großen Teiles oder vielleicht sogar des kompletten sexuellen Gebietes gekennzeichnet ist. Das geht so ziemlich von allein. Du hast dann den Eindruck, dass ihr wunderbar zusammen passt. Und das ist auch so – zumindest auf diesem Gebiet. Es sieht so aus, als könnte es gar nicht besser sein. In dieser Hinsicht passt du allerdings fast zu jeder/m, wenn er/sie in diesem Punkt nicht allzu unattraktiv ist! Es scheint so, als ob ihr viele Gemeinsamkeiten hättet, aber in Wirklichkeit trifft das nur auf den körperlichen Kontakt zu.

Sehr irreführend

Das enthusiastische Durchleben des sexuellen Gebietes ist deshalb ziemlich irreführend, weil man in dieser Hinsicht praktisch immer gut zueinander passt. Ob man allerdings auch auf allen anderen Gebieten zueinander passt, ist eine andere Geschichte. Das ist viel weniger selbstverständlich und abhängig von Charakter, Erziehung, Lebensanschauung, Kultur, Hintergrund, persönlichem Geschmack, Interessen und so weiter. Wenn man nicht aufpasst, wird das  in der Vorbereitungszeit für die Ehe vernachlässigt. Man wird dann erst damit konfrontiert, wenn man miteinander verheiratet ist und einiges mehr zusammen tun muss als miteinander zu schmusen! Ehrlich gesagt, ist uns das auch mehr oder weniger so gegangen…

Verkehrte Entscheidung

Oft kommt es dann erst ans Licht, dass man über manche Sachen ganz unterschiedlich denkt. Man fängt an, sich darüber zu ärgern, wie der andere manche Dinge tut oder nicht tut; man entdeckt positive und negative Gewohnheiten aneinander, die einem vorher nicht aufgefallen waren. Immer mehr Dinge kommen zum Vorschein, die das Zusammenleben schwer machen können. So kann es passieren, dass man am Ende zu dem Schluss kommt, doch keine so gute Wahl getroffen zu haben – trotz eines hoffnungsvollen, „guten“ Starts! Um das möglichst zu verhindern, ohne den Genuss auf sexuellem Gebiet aufgeben zu müssen, sieht man die Lösung heutzutage meistens darin, unverheiratet zusammen zu wohnen. Der einzige Vorteil daran ist, dass man dann einfacher voneinander los kommen kann, wenn die Beziehung enttäuschend ist.

Verdrehte Welt

Zu oft wird am verkehrten Ende begonnen. In Discos ist die Musik so laut, dass die Kommunikation auf Gucken und Fummeln beschränkt bleibt. Dadurch wird schon einiges in Gang gesetzt, ohne viel miteinander gesprochen zu haben. Das geht ganz einfach, wie auch das Nachfolgende. Alles passt und fühlt sich gut an. Es ist aber gar nicht notwendig zu testen, ob man körperlich zueinander passt. Körperlich ist alles so elastisch, dass sogar ein Kind herauskommen kann, also brauchst du das gar nicht zu testen. Es ist eine verdrehte Welt: Vor der Ehe wird ausprobiert, was schon von jeher funktioniert, wenn man es nach den Regeln der Kunst ausübt. Und das, was so ganz persönlich ist und eigentlich ausprobiert werden müsste, wird für die Zeit nach der Eheschließung aufgehoben – mit allen Risiken, die das mit sich bringt. In ganz vielen Fällen stellt sich dann heraus, dass man viel weniger Berührungsfläche hat, als man gedacht und gehofft hätte.
Könnte das nicht auch ein Grund für die hohe Scheidungsrate sein? Natürlich kann man Glück haben. Es gibt bestimmt Leute, die auf diese Art und Weise eine glückliche und dauerhafte Beziehung gefunden haben – mit der ersten Person, die auch die beste zu sein schien. Dabei handelt es sich dann aber um einen Glückstreffer. Vielleicht kannst du doch lieber etwas mehr auf Sicherheit setzen. Es hängt nämlich zuviel davon ab!

Zwei Menschen sind nie völlig gleich

Stell dir aber mal vor, in einer Beziehung hätte man einander auf allen anderen Gebieten kennen gelernt und sie ginge dann in die Brüche. Ist das denn nicht auch etwas, das man danach in dieser speziellen Hinsicht nie wieder mit jemand anderem erleben kann? Doch das ist eindeutig etwas ganz anderes. Einfach deshalb, weil sich zwei Menschen nie völlig gleich sind.
Der einzige Bereich, in dem wir größtenteils doch alle so ein bisschen gleich sind, ist der sexuelle. Deswegen ist deine Erfahrung, diesen Bereich gemeinsam mit jemandem zu erleben, nur beim ersten Mal einzigartig. Hast du danach jemals wieder eine solche gemeinsame Erfahrung mit jemand anderem, ist das in den meisten Fällen sehr vergleichbar und damit nie wieder ein einzigartiges Erlebnis.
Das Kennenlernen eines anderen Charakters allerdings, mit allen Facetten seines oder ihres Lebens, ist schon per Definition immer einzigartig. Jeder Mensch ist nämlich unterschiedlich. Das echt persönliche Kennenlernen eines anderen wird immer wieder eine ganz neue Erfahrung sein. Auch wenn du das mehrere Male durchleben solltest, bevor du deinen „wahren Jakob“ gefunden hast, werden dadurch keine irreparablen Schäden entstehen. Meistens bleiben solche Freundschaften sogar erhalten.

Leidenschaft

Sorge also als Mädchen dafür, dass du dich unberührt bewahrst. Lass deine Leidenschaft nicht aufwecken bevor die Zeit dafür reif ist. Lass nicht an dir herumfummeln, wie schön das auch zu sein scheint. Damit machst du es dir selbst nur schwer.
Geh auch vorsichtig mit Alkohol um. Er setzt nämlich die Hemmschwelle ordentlich herab. Dadurch wird ein positiver Widerstand gebrochen, den du von Natur aus hast.
Nimm dich in acht vor Aktivitäten, bei denen körperliche Nähe eine Rolle spielt, wie bei bestimmten Arten des Tanzens zum Beispiel. Momentan erlebt ihr beide das sicher als sehr angenehm, aber es wird keine Verantwortung für das Verlangen übernommen, das bei dem Mädchen dabei eventuell geweckt wird. Es gibt eine ganze Menge Mädchen, die in jeder Hinsicht ernsthaft sind. Durch diese Art von Entspannung werden sie jedoch emotional wach und müssen dann lernen, damit zu leben.

Falsche Aufklärung

Auch durch die Aufklärung, die heutzutage überall gegeben wird, kann bei Mädchen schon einiges wachgerüttelt werden. Vor Jahren sah ich mal eine Sendung des niederländischen Fernsehsenders IKON mit einer Sexologin. Die meinte, dass die Natur Mädchen im Vergleich zu Jungen benachteiligt, weil Jungen im Gegensatz zu Mädchen einfach von selbst allerlei Lustgefühle kriegen, sobald sie in die Pubertät kommen. Darum schlug sie den Mädchen vor, so schnell wie möglich die empfindlichen Bereiche am eigenen Körper zu entdecken und dann selbst damit zu experimentieren.
Durch diese Art Aufklärung werden Mädchen auf eine unnatürliche und unpersönliche Weise zu sexueller Aktivität angeregt.

Natürliche Abneigung

Im Allgemeinen wissen Mädchen objektive sexuelle Aufklärung nicht ohne weiteres zu schätzen. Sie haben da mehr oder weniger eine natürliche Abneigung dagegen. Getrennt von einer persönlichen Liebesbeziehung kommen sexuelle Dinge bei Mädchen eher als abstoßend und nicht als anziehend an. Das sollte zu denken geben.
Aber durch Neugier getrieben und auch „weil jeder es tut“, verlieren sehr viele doch auf eine unnatürliche, künstliche Weise ein Stück ihrer Unberührtheit außerhalb der intimen und persönlichen Geborgenheit einer liebevollen Beziehung. Das ist schade und dazu noch sehr unbefriedigend. Nur innerhalb einer so einzigartigen Beziehung kann das Erleben der Sexualität ein Ausdruck gegenseitiger Zuneigung werden. Und dafür ist es an allererster Stelle auch gedacht.

„Versiegelung“

Was in der Aufklärung meistens auch fehlt, ist die Tatsache, dass alle Mädchen von Natur aus „versiegelt“ sind. Über die Post bekommt man Werbung zugeschickt: Unpersönliche Post, in die jeder hineinschauen darf. Ist es etwas persönlicher, dann ist der Brief zugeklebt. Will der Absender absolut sicher sein, dass der Inhalt ausschließlich zum Adressaten gelangt, wird der Brief versiegelt. Der Inhalt ist dann so kostbar und so persönlich, dass es eine Garantie dafür geben muss, dass er ausschließlich bei der richtigen Person ankommt.
Genauso kostbar ist das Wesen eines jeden Mädchens, so dass der Zugang zu dem Ort, an dem die körperliche Gemeinschaft zwischen Mann und Frau stattfindet, „versiegelt“ ist.
Das „Siegel“ – das Jungfernhäutchen – lehrt uns, dass man damit nicht einfach machen kann, was man will. Es darf nur durch denjenigen geöffnet werden, der es wert ist, weil er die volle Verantwortung für sein Tun auf sich nehmen will. Das ist nicht so ganz ohne. Jedes Siegel kann nur einmal gebrochen werden. Das ist emotional gesehen ein sehr einschneidendes Erlebnis.

Eine Schwierige Aufgabe

Es kann passieren, dass ein Junge sich in einer frischen Beziehung nicht beherrschen kann und das Mädchen – nach ihrem Verständnis – vergewaltigt. In diesem Fall hat das Mädchen gegenüber dem Jungen keine einzige Verpflichtung. Besser spät als nie realisieren, dass man sich auf dem falschen Weg befindet. Übrigens werden Mädchen, die außerhalb der Ehe sexuell zum Erwachen gekommen sind, lernen müssen, mit diesen Gefühlen verantwortungsvoll umzugehen. Das ist keine einfache Aufgabe. Gerade weil es ihr viel schwerer fällt, ihre Sexualität vom Rest ihres Wesens zu trennen, ist die Gefahr groß, dass das Verlangen nach einem Mann ihr Leben zu stark beherrschen wird.

Im Gleichgewicht

Jesus begegnete einmal einer Frau, die mit diesem Problem zu kämpfen hatte. Auf ihrer Suche nach Liebe und Geborgenheit hatte sie schon fünf Männer verschlissen und war jetzt mit dem sechsten zu Gange. Jesus sagte ihr, dass dies ihren Durst nach Zuneigung und Verständnis nie würde löschen können. Sie hatte mehr nötig als das, was Männer ihr je geben könnten. Was sie brauchte, war jemand, der sie vollkommen verstand; jemand, der Tag und Nacht für sie da war, bei dem sie ihr Herz ausschütten und der sie trösten konnte. Sie hatte jemanden nötig, der die Verantwortung für ihre Vergangenheit und die Trümmer, die sie verursacht hatte, auf sich nehmen wollte; jemanden, der ihr helfen konnte, von da an gute Entscheidungen zu treffen – Entscheidungen, die ihre Unfähigkeit überwinden würden, „nein“ zu sagen, wenn es nötig war. Sie brauchte jemanden, der sie verteidigen würde, wenn man sie ungerecht behandelte oder zur Seite schob. Sie brauchte jemanden, der sie auch beim älter werden nicht verlassen würde; jemanden, der ihrem Leben bis zum Ende Sinn und ihrem Herzen Frieden geben würde – jemanden, der sie bedingungslos liebte. Und sie entdeckte, dass Jesus derjenige war, bei dem sie all das finden konnte. Durch diese Begegnung kam sie ins Gleichgewicht. Die Spannung war gewichen. Und so funktioniert das noch immer. Jesus gibt dir echte Geborgenheit, die du dann nicht mehr in erster Linie bei einem Menschen suchen musst. Dadurch erfährt man Ruhe; und in gewisser Weise hat es ein Ende mit dem rast- und endlosen Suchen.

Ein „Neustart“

Ist es für jemanden, der auf sexuellem Gebiet schon das eine oder andere erlebt hat, dennoch möglich, einen Neuanfang zu starten?
Witwen und Witwer, die noch einmal heiraten, erfahren im Allgemeinen, dass dies – was sie betrifft – tatsächlich möglich ist. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist so eine zweite Ehe in den meisten Fällen nicht schlechter als die erste.
Junge Menschen, die zu einer Lebenserneuerung gekommen sind, weil sie Jesus in ihrem Leben Herr sein lassen, werden erfahren, dass ihr sexuelles Erleben danach in einem völlig anderen Rahmen abläuft. Das nimmt die Narben der Vergangenheit nicht weg. Wenn es aber zu einer neuen Beziehung und einer Ehe kommt, öffnet sich eine neue Dimension, wodurch alles als ganz neu erfahren werden kann.

Immer noch der Mühe wert


Vielleicht ist das auch dann so, wenn du nach deiner Bekehrung zu Jesus aus Unwissenheit oder Eigensinn das sexuelle Gebiet irgendwie außerhalb der Geborgenheit einer liebevollen Beziehung mit einem oder mehreren Partnern durchlaufen hast. Meistens wird man jedoch merken, dass man definitiv etwas verloren hat. Das lässt sich nur schwer rückgängig machen, auch wenn man die von Gott erbetene Vergebung und Reinigung empfängt.
Dennoch ist alles, was du weiterhin bist und hast, immer noch mehr als der Mühe wert, eine gute Beziehung aufzubauen. Du bist und bleibst einzigartig. Was du an Sexualität noch zu bieten hast, ist kostbar genug, um damit in deinem weiteren Leben so sorgfältig wie möglich umzugehen und das Beste daraus zu machen.
„Ich verurteile dich nicht!“ sagte Jesus einmal zu einer Frau, die das erlebt hatte. „Aber gehe hin und sündige nicht mehr!“

Das ursprüngliche Ziel

Wofür ist nun die Ehe – von Gott aus gesehen – ursprünglich gedacht? Das erklärt einer der Briefe der ersten Nachfolger Jesu, der Brief an die Epheser. Dort steht, dass wir Männer und Frauen uns ein Beispiel daran nehmen sollen, wie Jesus mit seinen Leuten umgeht. Das lässt sich nämlich miteinander vergleichen. So wie Jesus mit seinen Freunden umgeht, sollen auch die Männer mit ihren Frauen umgehen.
Wie geht er denn mit ihnen um? Er nimmt sie bei der Hand, leitet sie aus der Finsternis des Nichtwissens in eine neue Erfahrungswelt hinein – die der Liebe, des Lichts und der ewigen Dinge. Dazu schließt er mit ihnen einen ewigen Bund.

Eine neue Welt

Ich weiß nicht, ob du je Kontakt zu Jesus gesucht und gefunden hast; für mich bedeutete das jedenfalls, dass sich mir eine neue Welt auftat. Aus der Bibel wusste ich zwar schon viel, aber es sagte mir kaum etwas. Es war für mich nicht lebendig. Jesus persönlich kennen zu lernen, ließ mich in eine neue Welt hineingehen. Ich hatte das schon bei anderen gesehen, die ihn kennen gelernt hatten. So kam auch in mir das Verlangen auf, mit ihm leben zu lernen. Mir wurde klar, dass Jesus mit mir einen ewigen Bund schließen wollte, und so fand ich zu einem neuen Leben, gemeinsam mit ihm.
So soll es bei Mann und Frau auch sein. Wenn es gut geht, lernt ein Mann eine Frau kennen, bemerkt nach einer Weile, dass sie zueinander passen, erklärt ihr seine Liebe und schließt einen Bund der Treue mit ihr. Von daher das Wort trauen! Er nimmt seine Frau bei der Hand und leitet sie Schritt für Schritt in die Welt des Ehelebens hinein – eine Erfahrungswelt, die normalerweise ganz neu für sie ist.

Bund der Treue


Zurück zu unserem Beispiel von Jesus und seinen Leuten. Er zwingt sie zu nichts. Und er stellt sich auf ihr Auffassungsvermögen ein. Er kommt nicht direkt mit tiefen mystischen Erfahrungen oder beeindruckenden Offenbarungen. Er zwingt niemandem etwas auf. Er wartet auf eine Einladung. Aber er sorgt schon dafür, dass das Verlangen danach geweckt wird.
So muss sich ein Mann auch an das Tempo seiner Frau anpassen. Er darf sich nie aufdrängen, muss aber dafür sorgen, dass seine Frau danach verlangen wird.
Das hat den Sinn, dass jedes Mal das ganze sexuelle Gebiet neu betreten wird. Sonst bringt es seiner Frau nichts. Es gehört nun einmal alles zusammen, vom Liebeskuss bis zum körperlichen Einswerden. Das eine ist nicht komplett ohne das andere. Ein Mann sollte dafür sorgen, dass seine Frau möglichst als erste den Höhepunkt erreicht. Dann kommt er selbst auch nicht zu kurz. Nur dann ist es für beide ein echtes Erlebnis. Das kostet viel Zeit, Kreativität, Feingefühl und Selbstbeherrschung. Deswegen ist es so wichtig, dass ein Mann gelernt hat, alles unter Kontrolle zu haben.

Große Verantwortung

Ein Mädchen sollte verstehen, wie entscheidend wichtig es ist, mit diesen Dingen sorgfältig umzugehen! Wie viel sie gewinnt, wenn sie sich selbst für denjenigen aufbewahrt, der es wert ist und alle Verantwortung für sie auf sich nehmen will.
Und ein Junge muss begreifen, welche Verantwortung er im Umgang mit den eigenen sexuellen Gefühlen trägt. Diese sollte er dann vorrangig dazu verwenden, derjenigen, die ihm ihr Leben anvertraut, Gutes zu tun.
Sprich mit Gott über diese Punkte. Bitte ihn dass er dir hilft, mit dem großen Geschenk der Sexualität richtig umzugehen.


Reaktion (mit Zustimmung übernommen)

Hallo Dick,

Was du über Mädchen gesagt hast, ist nur allzu wahr; dass ein Mädchen aufpassen muss, sich nicht schon vor der Ehe hinzugeben, weil dann die Gefahr besteht, dass sie durch das Verlangen nach einem Mann beherrscht wird. Darin habe ich mich selbst wieder­erkannt.
Als ich mit dem Studium anfing und im Studentenheim wohnte, war ich aus dem sicheren Nest zu Hause weg. Ich wohnte in einem netten, neutralen Studentenheim mit netten Mitbewohnern. Das unter einem Dach Wohnen mit Nicht-Christen war neu für mich; und meine Prinzipien gerieten ins Schwimmen, weil ich anscheinend einfach nicht sicher genug auf eigenen Füßen stand.
Wegen der großen Entfernung fuhr ich am Wochenende sehr selten nach Hause. Das sichere Nest war also verschwunden.
Ich verliebte mich in einen meiner Mitbewohner, und er sich in mich; und wir gingen eine Beziehung ein. Du verstehst bestimmt, dass es nicht gesund war, dass wir im gleichen Haus wohnten und auch immer weiter gingen. Ich fand es schon spannend, dass mein Freund immer weiter ging. Schon nach kurzer Zeit gingen wir miteinander ins Bett.
Nicht lange danach sah er für unsere Beziehung keine Zukunft mehr - es lief nicht so, wie er es erwartet hatte. Für mich war das ein Schlag ins Gesicht. Ich war nämlich extrem verliebt in ihn; ich liebte ihn. Das war letztes Jahr im Juni, aber ich habe immer noch Schwierigkeiten damit. Nicht, dass ich noch verliebt in ihn wäre, aber etwas in mir ist erwacht, wonach ich mich hin und wieder sehr stark sehne.
Das ist auch der Grund, weshalb ich mich letztes Jahr so oft selbst befriedigte und nicht davon loskommen konnte. Ich hatte echt begriffen, dass es mehr war als nur Liebeskummer. Vor dieser Beziehung hatte ich nicht einmal an Selbstbefriedigung gedacht, geschweige denn, es zu tun. Verliebt war ich ab und zu schon, aber das starke Verlangen, das ich jetzt kenne, hatte ich davor nicht. Ich bedaure sehr, dass ich diese Beziehung je angefangen habe. Sehr viel Elend und Unreinheit hätte mir erspart bleiben können. Manchmal werde ich komplett verrückt; dann habe ich echt Angst, dass ich eine hoffnungslose, frustrierte Junggesellin werde – obwohl ich dazu eigentlich keinen Grund hab; ich bin doch erst 21 Jahre alt.



Der große Unterschied

Was Mädchen über Jungen wissen müssen!
(Und umgekehrt natürlich…)

©09/07 Dick Baarsen,
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Holland
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Auf der genannten Website gibt es auch eine niederländische, englische, französische, dänische, russische, chinesische und spanische Ausgabe.


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große
Der
Unterschied!